Im Sommer 2016 trafen sich sich Vertreter der Arbeitsagentur, der Berliner Jobcenter, der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen sowie der Kammern und Verbände. Gemeinsam mit der Comhard GmbH als Projektleitung und den Projektpartnern ging es um den Abschluss der ersten Runde des Ausbildungsprojekts „Erwachsenengerechte Ausbildung“ (kurz: EGA). Das Projekt richtet sich an junge Menschen zwischen 25 und 40 Jahren ohne Berufsabschluss. Gemeinsam wurde resümiert, diskutiert und in die Zukunft geschaut.

Carina Knie-Nürnberg, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Berlin Mitte, hielt eine bewegende und motivierende Laudatio auf das Bildungsprojekt. Es ginge darum, Menschen in Berlin Chancen zu eröffnen, auch im zweiten oder dritten Anlauf. Sie riet: „Geben Sie nie sich selbst auf, sondern nehmen Sie Ihr Leben in die Hand!“. EGA leistet einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung von Fachkräfteengpässen, die auch die Hauptstadt erreicht habe. Weiter führte Knie-Nürnberg aus: „Wenn man zwei oder dreimal einen Misserfolg im Beruf erlebt, ist es schwierig, sich ohne Unterstützung, Motivation und Begleitung wieder auf den Weg in die Ausbildung oder Qualifizierung zu machen. Deshalb leisten wir mit unseren Partnern bei EGA einen wichtigen Beitrag, indem wir diesen jungen Menschen gemeinsam eine neue Chance geben, sie unterstützen und auf ihrem Weg zum beruflichen Abschluss begleiten – um am Ende erfolgreich und dauerhaft im Job und damit in einem selbstbestimmten Leben anzukommen.“ Das Ziel ist es laut Knie-Nürnberg, einen Job zu finden, bei dem nach kurzer Zeit nicht wieder die Arbeitslosigkeit droht. Denn die Arbeit sei eine der wichtigsten Säulen im Leben der Menschen.

Auch Stephan Felisiak, Geschäftsführer des Jobcenters Friedrichshain-Kreuzberg, betonte die Wichtigkeit, gering qualifizierten potentiellen Arbeitnehmern bessere und langfristigere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dieses Ziel könne mit abschlussorientierten Maßnahmen gelingen. Er stellt dann die Frage, was man tun könne, „damit Menschen, die immer wieder bei uns vorsprechen (müssen), einen Abschluss erhalten?“. Dieser Gedanke war ein wichtiger Treiber bei der Entwicklung des Ausbildungsprojektes EGA. Außerdem spielten zwei Perspektiven eine Rolle: Zum einen die langfristigen Bedürfnisse der Berliner Wirtschaft und zum anderen die der arbeitslosen Menschen, welche in Berlin leben.

Nicole Willecke, Teilnehmerin an EGA 1, war als Vertreterin der ehemals Arbeitslosen vor Ort. Die Gesprächspartnerin bei der Podiumsdiskussion veranschaulichte den positiven Effekt des Ausbildungsprojekts: „Mein Highlight: Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich Industriekauffrau werde. Und dann wurde ich doch von diesem Beruf begeistert.“ Die allein erziehende Mutter war trotz des schon bestehenden fachlichen Hintergrunds unzufrieden mit ihrer beruflichen Entwicklung. Deshalb ergriff Nicole Willecke ihre zweite Chance und sortierte ihr Leben nochmal neu. Dafür müsse man offen sein und viel Eigeninitiative zeigen, gibt die Industriekauffrau anderen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf den Weg. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“ sei völlig überholt.

Kristin Korsch fasste als Geschäftsführerin der Comhard GmbH, Projektleitung von EGA, wesentliche Ergebnisse des ersten Durchlaufs zusammen.

  • 59 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Prüfung im ersten Anlauf bestanden,
  • 49 haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung,
  • 13 Teilnehmer nahmen an Nachprüfungen teil.

Diese Erfolge wurden nicht zuletzt dadurch möglich, dass über den Europäischen Sozialfonds ein umfangreiches Unterstützungsmanagement finanziert wurde. Dadurch konnte beispielsweise ein begleitendes Coaching der Teilnehmer realisiert werden, welches als einer der Erfolgsfaktoren für das Projekt gilt.

Ein kurzer Einblick in die anderen EGA-Projekte rundete Korschs Ausführungen ab. EGA 2 startete im April 2014 und war das mit Abstand größte EGA-Projekt: 227 Teilnehmer in elf Berufen haben die Ausbildung gestartet. Im Juli 2015 ging EGA 3 an den Start – mit 117 Teilnehmern in neun Berufen. EGA 3.1 begann im Frühjahr 2016 mit 90 Teilnehmern in sechs Berufen.

Vom Modellprojekt, das im Jahr 2013 federführend vom Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg mit den beteiligten Partnern entwickelt wurde, zum etablierten Bildungsangebot: EGA ist mittlerweile ein kaum wegzudenkender Bestandteil auf dem Berliner Ausbildungsmarkt und wird auch im Jahr 2017 mit neuen engagierten Auszubildenden starten!

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