In diesem Monat geht das Berliner Modellprojekt „Erwachsenengerechte Ausbildung“ in eine zweite Runde – mit neuen Partnern und neuen Ausbildungsberufen. Wir freuen uns sehr über diese Bestätigung unserer bisherigen Arbeit.

Mit EGA II erreicht das Projekt ein größeres Volumen. Es hat zum Ziel, 185 junge Erwachsene zwischen 25 und 40 auf verkürztem Weg zu einem Berufsabschluss zu führen und wird dabei eine Vielzahl an Partnern einbinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlaufen zunächst ein Auswahlverfahren und eine Vorbereitungsphase, danach folgt für den Großteil die duale Ausbildungsphase.

Neues Berufsspektrum

Nicht weniger als elf Ausbildungsberufe stehen bei EGA II zur Wahl – durchweg anerkannte Abschlüsse, die sehr solide berufliche Qualifikationen darstellen:

  • Zerspanungsmechaniker/in und CNC-Fachkraft
  • Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r
  • Triebfahrzeugführer/in
  • Erzieher/in
  • Gärtner/in im Garten- und Landschaftsbau,
  • Konstruktionsmechaniker/in Schweißtechnik
  • Metallbauer/in
  • Fachinformatiker/in für Systemintegration
  • Anlagenmechaniker/in Sanitär-Heizung-Klima
  • Bäckereifachverkäufer/in
  • Glaser/in

Das Spektrum ist damit noch vielfältiger geworden. Eines ist jedoch allen EGA-Berufen weiterhin gemeinsam: Echte Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

Weitere Partner im EGA-Boot

Inzwischen umfasst die Liste unserer Förderpartner – neben der weiterhin beteiligten Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – bereits acht Berliner Jobcenter: Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Reinickendorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick.

Die Zahl der Ausbildungsstätten ist mit den neu angebotenen Berufen auf jetzt insgesamt zwölf gewachsen.

Auch mehr Weiterbildungspartner sind dabei. Neben der Comhard GmbH, die wie bisher die Projektleitung und Koordinierung des Modellprojekts übernimmt, sind vier Berliner Bildungsdienstleister am Auswahlverfahren und vor allem an der Vorbereitung beteiligt: Ingeus GmbH, Niles Aus- und Weiterbildung gGmbH, GBB mbH und bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung GmbH.

Wichtig: Professionelles Projektmanagement

Die neue Projektrunde bedeutet eine echte Herausforderung – 23 Auswahlverfahren sind bis Juli geplant, vier Durchgänge der Vorbereitungsphase und fünf Termine für den Übergang in die Ausbildungsphase. Nach jeder Vorbereitungsphase ist der Übergang der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die jeweilige Ausbildungsstätte zu organisieren. Zuvor schon gilt es, die fachpraktische und die betriebliche Erprobung während der Vorbereitung in jedem einzelnen Fall möglich zu machen.

„Feintuning“ der EGA-Strategie

Wir haben die bei EGA I gewonnenen Erfahrungen genutzt, um bei EGA II bestimmte Einzelheiten zu optimieren. Denn für das projektleitende Unternehmen gilt: „Man lernt nie aus!“ Die Strategien als solche haben sich allerdings bewährt – daran wird nicht gerüttelt. Sie werden auch bei EGA II den Erfolg sichern.

  • Vor der Ausbildung selbst gibt es wie bisher zwei wichtige Phasen:
    Zunächst erfolgt ein eingehendes Auswahlverfahren. Dieses Element wird jetzt noch verstärkt, denn seine Bedeutung hat sich während EGA I klar gezeigt: „Direkteinsteiger“ in die Ausbildung brachen viel häufiger ab. Die Auswahl erfolgt nun an vier statt wie bisher zwei Tagen. Zusätzliche Gruppenübungen und andere Orientierungsmaßnahmen werden uns wie auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst noch klarer zeigen, was sie können und wohin sie wollen. Auch in der sich anschließenden, dreimonatigen Vorbereitungsphase werden wir die individuelle Motivation und mögliche Problemlagen noch akribischer überprüfen als bisher. Als neues Element haben wir hier eine fachpraktische Erprobung in der späteren Ausbildungsstätte integriert. Das schafft Praxisanreize und ermöglicht einen frühen Kontakt zum später zuständigen Ausbildungspartner.
  • Außerdem setzten wir weiterhin auf ein sehr intensives Unterstützungsmanagement:
    Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer besteht bereits ab der Vorbereitung das Angebot zu individuellem Coaching. Daneben wird der Ausbildungserfolg durch gezielte fachliche Nachhilfeangebote gefördert. Diese umfassen neben berufsspezifischem Wissen vor allem auch Deutschkurse.
Das Ziel bleibt dasselbe

Beim Start in EGA II wird sich das grundsätzliche Ziel nicht ändern: Es geht darum, dass durch die Zusammenarbeit vieler Partner junge Erwachsene erfolgreich einen Berufsabschluss erwerben und damit dauerhaft beruflich auf eigenen Beinen stehen.